Jährlich erkranken etwa 30 % der Menschen in Deutschland an einer psychischen Störung. Am häufigsten werden dabei Angststörungen, Depressionen und Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit diagnostiziert. Trotzdem sucht sich nur ein Bruchteil der Betroffenen überhaupt Hilfe oder besucht gar eine Therapie. Scham, Unwissenheit und Stigmatisierung sind nur einige Gründe dafür. Um so wichtiger ist es, dass das Thema Mentale Gesundheit weiter in die Mitte der Gesellschaft rückt und in den Medien thematisiert wird. Unsere Autorin Lena Kuhlmann räumt in ihrem Buch »Psyche? Hat doch jeder!« mit Vorurteilen auf. Wir stellen euch in diesem Beitrag elf weitere Bücher vor, die psychische Erkrankungen und psychische Gesundheit in den Fokus stellen und Betroffenen und Angehörigen dabei helfen können, psychische Erkrankungen besser zu verstehen. Darunter sind sowohl Sachbücher als auch Romane für die ganze Familie.
Jugendbücher
- All die verdammt perfekten Tage (Jennifer Niven) handelt von zwei Teenagern, die sich durch ein Schulprojekt kennen und lieben lernen. Es geht jedoch beiden psychisch nicht gut. Violet ist seit dem Tod ihrer Schwester schwer traumatisiert und depressiv. Finch kämpft schon sein ganzes Leben mit Manie und starken Depressionen. Beide Charaktere geben einen feinfühligen Einblick in depressiven Verstimmungen, die verschiedene Auslöser haben. Hier geht es zum Buch.
- Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken (John Green): Aza ist 16 und zum ersten Mal verliebt. In Davis. Das einzige Problem: In Azas Welt besteht alles nur aus Bakterien, die sie umbringen könnten und ihre Zwangsgedanken und Angststörungen lassen nicht zu, dass sie Davis berühren kann. Hier geht es zum Buch.
- Wenn du dich traust (Kira Gembri): Lea muss zählen – ihre Schritte, die Erbsen auf ihrem Teller, die Blätter des Gummibaums. Sie ist zwanghaft ordentlich und meistert ihren Alltag mit Hilfe von Listen und Zahlen. Jay dagegen lebt das Chaos und wird im Laufe des Buches mit einer Borderline-Störung diagnostiziert. Er tanzt auf jeder Party und hat mit festen Beziehungen absolut nichts am Hut. Bis er Lea trifft. Hier geht es zum Buch.
- In Tote Mädchen lügen nicht (Jay Asher) geht es um den Suizid von Hannah Baker. Sie dokumentiert vor ihrem Tod 13 Gründe, warum sie sich umgebracht hat, auf Kassetten und verfügt, dass alle Personen, die Teil ihrer Geschichte waren, die Kassetten wie einen Kettenbrief weitergeben. Hier geht es zum Buch und dem Trailer der Netflix-Serie.
Romane
- Die beste Depression der Welt (Helene Bockhorst): Veras Blog ging kurz viral, nachdem sie versucht hat, sich umzubringen. Jetzt soll sie einen Ratgeber zum Thema Depressionen schreiben, aber weiß überhaupt nicht, was sie sagen soll. Hilft da Meditieren? Gesunde Ernährung? Um das herauszufinden und Depressionen zu verstehen, muss Vera so richtig tief in der Vergangenheit graben und sich ihren Gefühlen und Ängsten stellen. Hier geht es zum Buch.
- Mängelexemplar (Sarah Kuttner): Karo verliert ihren Job und sortiert in ihrem Leben mal so richtig aus. Als das ihrer Seele nicht hilft, gibt es für sie nur noch einen Weg: Sie tritt wütend und voller Humor ihrer personifizierten Depression entgegen. Hier geht es zum Buch.
- In Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein (Benjamin Maack) geht es um den vierzigjährigen Benjamin, der zum zweiten Mal in seinem Leben in der Psychiatrie landet. Die Diagnose? Depressionen. Der Autor beschreibt die Emotionen hinter der Krankheit treffsicher. Hier geht es zum Buch.
- Ich und die anderen (Matt Ruff). Andrew leidet an einer multiplen Persönlichkeitsstörung und versucht jeden Tag aufs Neue, all die Bewohner in seinem »Haus« zufrieden zu stellen. Hier geht es zum Buch.
Sachbücher
- Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden (Lori Gottlieb) liefert eine brillante Hommage an den Menschen in all seinen Widersprüchlichkeiten und einen tiefbewegenden Einblick in alle Aspekte der Therapie. Die Autorin beleuchtet die intime Beziehung zwischen Therapeut*in und Patient*in. Hier geht es zum Buch.
- In Die Vögel singen auch bei Regen (Kea von Garnier) beschreibt die Autorin poetisch und gefühlvoll, wie sie es mal besser und mal schlechter schafft, ihr Leben mit psychischen Erkrankungen zu meistern und wie sich ihre Diagnosen über die Zeit verändern. Von Angststörungen, über Depressionen bis hin zur Borderline Störung werden hier viele spannende Themen behandelt. Hier geht es zum Buch.
- Die Welt im Rücken (Thomas Melle): Der Autor leidet seit vielen Jahren an der manisch-depressiven Erkrankung, auch bipolare Störung genannt. Er erzählt schonungslos von seinem Umgang mit der Krankheit, von persönlichen Dramen und langsamer Besserung – und gibt so einen außergewöhnlichen Einblick in das, was in einem Erkrankten vorgeht. Hier geht es zum Buch.
Neben diesen Büchern gibt es auch noch jede Menge weitere zum Thema Depression als psychische Krankheit, mögliche Therapien und andere gute Ratgeber, die eine erste Anlaufstelle sind, um sich Hilfe zu suchen und psychische Erkrankungen zu verstehen. Mit diesem Thema ist niemand in der modernen Welt allein.